16.10.2011 – Kirchweihsonntag mit Erbsensuppe und Biwak

Jörg 17. Oktober 2011

Wecken 0715 – immerhin mal ein paar Minuten länger schlafen. Der UvD lärmte mit einem Löscheimer durch den Korridor, dessen Halleffekte man für teuer Geld an Soundtüftler vermarkten könnte. Es klang als sei ein Haufen Klabautermänner losgelassen, die auf einem Schrottplatz im Vorhof der Hölle ihr jährliches Fest veranstalten. – INFERNALISCH !!!
Es ging jedenfalls kein Weg daran vorbei sich sofort senkrecht neben die Betten zu stellen.
Nach dem Ankleiden und Packen wurde in Kleingruppen ins Casino eingesickert, wo das Frühstück auf uns wartete.

Inzwischen war Pastoralreferent Hans Rückerl aus dem Pfarramt Cham in der Arnulf-Kaserne eingetroffen um uns an diesem Kirchweihsonntag eine kleine Andacht und den Segen Gottes für uns und unsere Fahrzeuge mit auf den Weg zu geben. Aus einem Terrassentisch entstand mittels seines Kofferinhalts ein Altar.

Den Teilnehmern kam die lebendige und spontane Art der anschließenden kleinen Feier unter freiem Himmel und neben von der Truppe im Balkaneinsatz hergestellten Glockenturm sehr entgegen. Holger, der Küchenbulle tobte sich am Glockenseil aus wie ein gelernter Glöckner. Der Gitarre war die Kälte nicht bekommen. aber die Auswahl der Lieder war so trefflich, dass sich ein akzeptabler Gesang der kleinen Gemeinde entwickelte.

Nach dem Vaterunser der Verkehrsteilnehmer spendete der Referent den Fahrzeugen und den Teilnehmern mit dem mitgeführten Weihwasser Gottes Segen.

Kurze Zeit später galt es die Verabschiedung von Bernd Michael, dem Referenten Rückerl und der Kaserne ordentlich abzuhalten, das Tagesziel und die Etappe zu erläutern und pünktlich1030 rollte die Karawane aus nun 11 Fahrzeugen gen Süden.

Nächstes Ziel: Das Gelände des MSC Straubing und die dort wartende Feldküche der RK Straubing. Schon im März hatte sich OL d.R. Andreas Burhop auf die Veröffentlichung in der Loyal per Mail gemeldet um uns zu einem Halt bei seiner RK zu animieren. Die RK Straubing unterstützt das dortige Kreiskinderhaus und hat zusätzlich für die Jenny Böken Stiftung gesammelt. Im Gegensatz zu uns hatten die Kameraden den Vorsprung Frau Marlis Böken anlässlich der Spendenübergabe bereits kennengelernt zu haben.
Wir kamen überpünktlich an und fanden Posten vor die uns den Weg in das Gelände wiesen. Mehrere Militärfahrzeugfreunde hatten sich bereits eingefunden und mit unseren Fahrzeugen wurde es vor dem schönen Vereinsheim recht voll. Der Zuspruch der Bevölkerung ließ trotz oder wegen des Postkartenwetters etwas zu wünschen übrig, der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch.

Die Erbsensuppe schmeckte vorzüglich und in der Kürze der Zeit führten wir eine Reihe netter Gespräche.

Um 1315 brachen wir nach deutlicher Reduktion unserer Gummibärchenvorräte auf um nun über den Chiemsee nach Bad Feilnbach zu fahren.

Nach herrlicher Fahrt erreichten wir unmittelbar nach Kitzler und Arbeiter für uns überraschend einen Höhenrücken, der uns völlig unvermittelt ein umwerfendes Panorama mit einem 80km-Blick auf die Alpen eröffnete.

Wir fanden das zwar etwas dick aufgetragen vom VdRBw und der bayerischen Tourismusbehörde, gefallen hat es trotzdem. Schön eingerichtet war auch, dass mit jedem weiteren Kilometer nach Süden die Berge immer echter und natürlicher wirkten. Als eine Laune der Natur konnte dieses Phänomen kaum durchgehen. Es war einfach eine Spur zu perfekt um echt zu sein.
Den Chiemsee streiften wir bei Seebruck um dann nach Westen zu schwenken. Eine Baustelle zwang uns auf einen Umweg, der prompt zu einem Riss der Kolonne führte. Nach ein paar Funksprüchen fand der Rest wieder zur Spitzengruppe und pünktlich war Bad Feilnbach erreicht.

Im Torfwerk hatte die RK Chiemgau/RAG HMF bereits am Freitag ein Biwak aufgeschlagen und nach zwei Biwaknächten bei eisigen Temperaturen im hohen Gras waren immerhin noch 6 Mann und eine tapfere Dame vor Ort um uns willkommen zu heißen. Auch Dammerl aus München fand sich auch noch ein um uns einmal zu sehen. Wir grillten ohne Mengenbegrenzung und saßen noch eine ganze Weile am dritten Lagerfeuer unserer Tour. Robert Füglein hatte die Getränke gespendet und die Teilnehmer warfen die Vergütung hierfür in die Spendendosen. Ein feiner Zug!
In einer Garage fanden sich zwei Doppelstockbetten und Platz für unsere Feldbetten, so dass außer den Kfz-Schläfern, alle anderen ein trockenes Plätzchen ergattern konnten. Nur Wolfi hatte sein eigenes Schlafsack-Nachtlager unter freiem Himmel eingerichtet. Er hat einfach viel zu viele Survival-Bücher gelesen. Bei sternklarer Nacht fielen die Temperaturen respektabel und die dadurch bald eintretende Stille der Runde am Feuer beförderte die Nachtruhe ideal.

Fazit: Ducky beteuert schon seit Tagen NICHTS mit dem Postkartenwetter zu tun gehabt zu haben. Wir glauben ihm immer weniger.
Fazit2: Es gibt Ortsnamen die man nicht für möglich gehalten hätte.

Fazit3: Auch bei erhöhtem Krankenstand hält sich die Truppe wacker.
Schnodderseuche und Husten, ausgerenkte Wirbel und eingeklemmte Nerven – das zehrt an der Substanz.
Dem Herr Gies wurde durch Handauflegen eines fallschirmspringenden Heilpraktikers die Schmerzen im Lendenwirbelbereich genommen.

Nach erfolgreicher Behandlung ließ ich mich auch noch von dem eingeklemmten Nerv, versuchsacht durch diverse Lenkarien in hanomagfeindlichen Serpentinen, von unserem “Falli” befreien.

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