15.10.2011 – bei Freunden
Jörg 16. Oktober 2011
07:15 – der unerbittliche UvD findet uns auch diesen Morgen schlafend im Hanomag. Er hat rüsselseuchenbedingt, die letzte Nacht in der Turnhalle verbracht.
Die halbe Nacht habe ich nicht schlafen können, da das einzige elektronische Teil im Führerhaus des Hanomag, eine Temperaturanzeige mit mehreren Fühlern, uns ab 04:00 jede halbe Stunde akustisch daran erinnern mußte, daß es unter 2° kalt ist.
Davor ließen in regelmäßigen Abständen jede Menge schräger Gesang aus der Hallenküche uns sträflich daran erinnern, daß wir hier eine scheinbar großartige Party verpassen. Der Schlaf der Gerechten war uns in den Schlafsäcken liegenden, in dem Moment wichtiger.
Besser hatte es wohl diejenigen, die es sich in den beheizten Umkleideräumen der Turnhalle gemütlich gemacht hatten und von der Karaokeshow gar nichts mitbekommen hatten.
Für die kommenden Nächte werde ich den Nachtplatz der Hanne sorgfältiger auswählen.
Daher hatten wir auch nicht den Berichten zufolge großartigen Weckruf des Trompeters der RK Hof mitbekommen.
Nach einem bayerisch wurstbasierten Frühstücksbuffet mit allerlei Backwerk und frischem Kaffee sah die Welt schon wieder anders aus.
Dazu kam der strahlend blaue Himmel und die Morgensonne, welche uns in gesteigerte Fahrtstimmung versetzte.
Inzwischen hatten sich Bernhard mit seinem Hanomag AL28 GruKW II eingefunden, der unsere Fahrt planmäßig für einen Tag als Teilnehmer miterleben wollte.
Mit diesem Fahrzeug reihte sich ein weiterer GruKW in unsere Kollonne ein – zwei baugleiche Exoten in einer Marschordnung – ein wirklich seltener Anblick!
Nach herzlichem Abschied rollte die Kollonne auf kleinsten Nebenstraßen um Hof herum gen Süden und überplanmäßig wurde der erste Halt erreicht.
Leider erwies sich die ergoogelte Raststätte Mitterteich als praktisch nicht erkennbar, so daß wir auf den nächst gelegenen Parkplatz an der Straße auswichen.
Hierdurch verpassten wir Gerald “Da Oberpfälza” der sich an der Raststätte mit uns treffen wollte.
Die restliche Fahrt zum Treffpunkt Vohenstrauss folgte uns Gerald angewiesen durch immer neue SMS zum aktuellen Standort der Gruppe, um schließlich nur Minuten nach unserem Eintreffen ebenfalls dort zu erscheinen.
Auf dem Parkplatz in Vohenstrauss wartet eine illustre Schar regionaler Militärfahrzeugfreunde mit mehreren Iltis, Unimog und VW Bussen um uns von dort an unter der Führung von Bernd Michael Beutel in das Grenzgebiet der Tschechischen Republik zu begleiten. Bernd Michael hatte in der Planungsphase der Erfahrenen Heimat seine Hilfe angeboten und uns die Unterkunft im Standort Roding ermöglicht.
Darüber hinaus ist er ein ausgewiesener Kenner der Topografie im ehemaligen Grenzbefestigungsstreifen und bot uns die Führung durch ein Teil dieses Gebietes an.
Da wir das Hoheitsgebiet der BRD verließen, kleideten wir uns um in Zivil. Vorher besuchten wir allerdings noch eine private Techniksammlung in Eslarn, welche mit unerhörten Mengen an Motorrädern, PKW, LKW und Traktoren, sowie Dampfmaschinen aus den vergangenen 120 Jahren aufwartete.
Schließlich im Grenzland angekommen, gab es im Gebiet des “verschwundenen Dorfes” Spurensuche und einen Fotohalt.
Nach einem späten Mittagessen in dem ehemaligen Forsthaus, welches das letzte existierende Gebäude der ehemals 500 Seelen zählenden Ortschaft ist, ging es in rascher Fahrt nach Roding in die Arnulf Kaserne.
Wenn man in dieser Kaserne zu Gast ist, gehört ein Besuch der Sammlung des Traditionsverbandes “Panzeraufklärungsbataillon 4 e.V.” zum Pflichtprogramm.
Die äußerst sachkundige Führung dauerte eine knappe Stunde und vermittelte uns einen Einblick in die Geschichte des Standortes und seiner Belegung.
Nach der Führung trugen wir uns gerne in das Gästebuch des Vereines ein.
Stubenbeziehen, Abendessen im Casino, Waschprogramm, Bettruhe wurden in rascher Folge abgearbeitet.
Für diejenigen die ihre Stubenfenster in Richtung Parkplatz hatten, wurde die oben schon einmal angesprochen Alaramdarbeitung meines Temperaturwächters zum unerwünschten Weckruf. Wer jetzt glaubt daß der Alarmton dieses Gerätes einer Autohupe gleich kommt – geht fehl. Auch der Reservist ist getreu des alten Mottos “Auch Nachts Hellwach”!
- Oldtimer in Oliv auf großer Deutschlandfahrt 2011
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